Nebenberuflich selbstständig machen mit dem besten Freund: „Brudi, lass mal gründen!“

von | Mai 8, 2026

Oli und Max, die Gründer von BüROKI und machsneu, im Gespräch über ihr Startup und das nebenberuflich selbstständig sein. hello@andreakrupka.com

Von Handwerk und Lampenproduktion über T-Shirt-Design und Party-Planning musste der Weg eines Juristen und eines Politikwissenschaftlers zwangsläufig in ein gemeinsames IT-Start-up führen. Denn gerade wer sich nebenberuflich selbstständig machen will, braucht schnell eine professionelle Website – und das am Besten ohne hohe Einstiegskosten.

Klingt spannend?

Dann lassen wir die beiden Freunde doch mal ein bisschen ausführlicher erzählen – und Tipps gibt es auch noch dazu. Los geht’s

Erzählt doch mal, wo kommt ihr her, was ist euer Werdegang?

Oli: Ich komme aus einem kleinen Ort nahe Frankfurt am Main. Dort bin ich groß geworden, zur Schule gegangen und habe mein Abitur gemacht.

Fürs Studium und die ersten Jobs hat es mich dann in die größeren Städte gezogen – da gibt’s schlicht mehr Möglichkeiten, Dinge auszuprobieren. In Frankfurt habe ich meinen Bachelor abgeschlossen, später in Berlin den Master. An beiden Stationen konnte ich parallel schon praktische Erfahrungen sammeln.

Was hast du studiert?

Oli: Im Bachelor habe ich Soziologie mit Amerikanistik studiert, später im Master Politikwissenschaft. Gleichzeitig war ich aber immer schon in der IT unterwegs – über eigene Projekte oder Werkstudentenjobs. So bin ich Stück für Stück in die Branche hineingerutscht und arbeite heute hauptberuflich als Senior IT-Projektmanager.

Nebenbei habe ich zusammen mit Max die Unternehmen machsneu und büroki gegründet, wo wir uns im Tech-Umfeld richtig wohlfühlen.

Dein Studium hat also weniger mit dem zu tun, was du jetzt machst?

Oli: Stimmt, fachlich gibt es wenig Überschneidungen. Was ich aber aus dem Studium sehr stark mitgenommen habe, sind die Metaskills: analytisch denken, Inhalte strukturieren und Informationen so aufbereiten, dass etwas Neues entsteht. Das begleitet mich heute täglich.

Max, magst du noch kurz erzählen, wo du herkommst?

Max: Bei mir ist das ein bisschen verteilt, weil wir viel umgezogen sind. Von Wiesbaden nach Hochheim, dann in ein Kaff namens Wonsheim, dann Kronberg. Danach bin ich in so eine Kleinstadt gezogen, wo zufällig auch Oli gewohnt hat. Diese Kleinstadt war im Gegensatz zum Rheinland oder Kronberg einfach kein schönes Städtchen. Daher zog es mich und Oli auch schon früh raus.

Nach der Schule bin ich so schnell wie möglich nach Frankfurt gezogen und fünf Jahre später nach Berlin – jetzt bin ich immer noch hier.

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Max: Auf der weiterführenden Schule. Der Französisch-Austausch ist so meine erste richtige Erinnerung an Oli. In der Oberstufe haben wir uns ein bisschen aus den Augen verloren.

Oli: Aber nur, weil wir auf verschiedene Schulen gegangen sind.

Max: Ja, genau.

Oli: Dann haben wir aber beide in Frankfurt studiert und uns wiedergefunden. Seitdem sind wir beste Freunde.

Oli und Max, die Gründer von BüROKI und machsneu, in Campingstühlen mit Laptop im Gespräch über ihr Startup und das nebenberuflich selbstständig sein. hello@andreakrupka.com

War es schon immer der Plan, euch nebenberuflich selbstständig zu machen?

Max: Meine ersten Schritte in die Selbstständigkeit waren, als ich für Mandanten meiner Mutter PCs zusammenbaute.

Die hatten immer Probleme mit ihren Computern, sodass meine Mutter mal mein Hobby ansprach, und so kam eins zum anderen. Viel Geld gab’s nicht dafür, trotzdem war das so mit zwölf Jahren quasi ein Einstieg in die Selbstständigkeit. In dem Alter schon Geld zu verdienen war aber ansonsten schwierig. Zeitungsaustragen hab ich mal ausprobiert, das war aber nicht sehr lukrativ.  Als meine Oma dann darüber meckerte, wie teuer der Handwerker für das Verlegen von Laminat in einer ihrer Mietwohnungen sei, war mein Gedankengang sofort: Das kann ich machen!

Nach einem Verlegekurs hab ich direkt losgelegt. Später habe ich mir noch weitere DIY-Skills beigebracht.

Als ich dann meine erste eigene Wohnung bezog, hab ich versucht, einige Möbel selbst zu bauen. So kam ich dazu, mir eine Deckenlampe aus Tempergussrohren zu bauen. Alle Freunde haben gesagt: „Boah, was ist das für eine geile Lampe?“ Dann hab ich halt mehrere gebaut, Entwicklungspläne gemacht, Teile besorgt, weil ich die Dinger verkaufen wollte. Werkhalle West sollte das Unternehmen heißen.

Nach dem Feedback hab ich gleich meine Wohnung zu einer Werkstatt umgebaut. Ich hatte Metallplatten an den Wänden, wo die Pläne hingen, und hab riesige Munitionsboxen für die Tempergussrohre bestellt und alles in den vierten Stock geschleppt. Die fertigen Lampen hab ich dann auf Ebay verkauft. Lief eigentlich auch super, aber dann kam das Jurastudium – und das ist, Story of my life, immer allen Selbstständigkeiten in die Quere gekommen.

Oli: Bei mir hat das Kreative ungefähr gleichzeitig angefangen – nur eher digital. Schon früh habe ich mit verschiedenen Tools herumprobiert, erst mit Paint, später etwas aufwendiger. Mein erstes richtiges Projekt waren T-Shirts, die ich selbst gestaltet habe. Zu jedem Motiv habe ich eine kleine Story geschrieben, sodass man nicht nur ein cooles Shirt hatte, sondern gleich noch eine Geschichte dazu. Die habe ich auf Märkten verkauft, und die Leute fanden diesen Extra-Dreh super. 

Später wollte ich dann inhaltlich tiefer gehen und habe in Berlin viele Stationen ausprobiert – Vereine, Verbände, Thinktanks. Aber ich habe gemerkt: Die Sprache, der Spirit, das hat nicht so richtig zu mir gepasst.

An der Uni Potsdam kam dann wieder Schwung rein. Dort haben Max und ich viel von den Beratungsangeboten profitiert. In dieser Zeit habe ich auch mein erstes richtiges Unternehmen gegründet – eine Plattform für Selbstständige und Freelancer, die mit Workshops, Tools und Live-Formaten den Austausch fördern sollte. Auch wenn das Projekt nicht den Durchbruch geschafft hat, war es für mich ein riesiges Lernfeld. Diese Erfahrungen sind im Rückblick ein super Sprungbrett gewesen für die beiden Unternehmen, an denen wir heute arbeiten: machsneu und büroki.

Idee,

Neugier,

Umsetzung.

Max: Weißt du noch, an der Bockenheimer Warte? Da warst du noch in der Theaterszene aktiv. Wir wollten meine Lampen verkaufen, ’ne Bar und ein Café machen und ’ne Bühne für dich und deine Theaterleute hinstellen.

Oli: Stimmt! Das zeigt eigentlich ganz gut, was uns verbindet: dass wir schon immer gemeinsam irgendwas aufgezogen haben – nur eben nicht sofort im Unternehmertum. Mal waren es spontane WG-Partys, mal große Gartenfeste bei Max mit über hundert Leuten.

Max: Das war ein dickes Minusgeschäft.

Oli: Ja, aber es hat Spaß gemacht. Gemeinsam irgendwas in die Welt zu setzen, das wollten wir beide schon früh.

Was motiviert euch, eure Projekte umzusetzen?

Max: Das ist so eine intrinsische Sache. Irgendwie kommt die Idee, dann die Neugier, und dann will man’s umsetzen. Da ist erstmal alles andere ausgeblendet. Gerade der Anfang motiviert mich total – und natürlich auch, wenn’s sich dann finanziell auszahlt. Mit Oli zusammenzuarbeiten ist natürlich nochmal ein extra Motivator. Man fühlt sich verpflichtet, Dinge zu machen, und es ist halt auch einfach schön, zusammen zu träumen und über Ideen zu labern. Ganz alleine wär das echt einsam, egal wie erfolgreich.

Oli: Mit Max habe ich das Gefühl, meine Ideen ohne Einschränkungen einbringen zu können. Wir können uns hundertprozentig aufeinander verlassen: Vereinbarungen werden eingehalten, Projekte konsequent umgesetzt. Dieses Vertrauen und die gleiche Haltung sind für mich unglaublich motivierend und geben Energie, gemeinsam weiterzumachen, auch wenn es hart ist.

Könnt ihr kurz beschreiben, was machsneu macht?

Oli: machsneu bietet Freiberuflern und mittelständischen Unternehmen eine unkomplizierte Lösung, um über ein Abo-Modell zu einer professionellen Website zu kommen. Für die Kund*innen ist es einfach und transparent, und für uns gut skalierbar. Unser Kernversprechen: hochwertige Websites – leicht zugänglich und zu fairen Preisen. Oder, Max?

Max: Genau. Mit monatlicher Kündigungsfrist ist das Ganze auch risikolos. Klar gibt’s Konkurrenz, aber wir merken immer wieder: Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen.

Hättet ihr euch mehr Beratungsangebote gewünscht?

Oli: Ja, auf jeden Fall. Über die Uni Potsdam konnten wir zwar mit Coaches an unserer Idee arbeiten und auch mit Steuerberaterinnen und Steuerberatern oder mit Anwältinnen und Anwälten sprechen. Gleichzeitig gab’s aber auch Kommentare wie: „Deutschland ist nicht das Land der Gründer – man soll brav arbeiten gehen und abends vorm Fernseher versacken.“ 

Kunde,

Produkt,

Kanal.

Später haben wir ein anderes Programm ausprobiert, da saßen Design-Thinker und eine Wirtschaftspsychologin mit am Tisch. Da ging es viel um Konkurrenzanalysen und theoretische Modelle – alles ziemlich aufgebläht und weit weg von dem, was man eigentlich braucht: eine Kundin oder einen Kunden, ein Produkt, einen Kanal. Ganz praktische Basics wie ein MVP bauen, Skripte schreiben, Steuererklärungen machen oder Fragen zur Altersvorsorge – das bringt dir niemand bei.

Deshalb wünsche ich mir viel mehr Praxisnähe. Ich bin zwar dankbar, dass Unis überhaupt etwas anbieten, aber dieses akademische Blubbern ist oft zu weit weg von der Realität. Dass wir wirklich verstanden haben, wie es läuft, Geld verdient und Leute eingestellt haben – das kam durch YouTube, Bücher und Learning by Doing.

Habt ihr einen Tipp für unsere Leser*innen?

Oli: Ein Tipp, den ich allen geben würde: die Bücher von Alex Hormozi. Wir haben daraus viele unserer eigenen Strategien entwickelt. Besonders die ersten beiden Werke sind für den Einstieg hilfreich. 

Im ersten geht es darum, wie man ein starkes Angebot aufbaut – mit klaren Paketen, Garantien oder Discounts, sodass es Kundinnen und Kunden überzeugt. Im zweiten dreht sich alles um Lead-Generierung, egal ob über Anzeigen, persönliche Ansprache oder digitale Kanäle. Hormozi beschreibt das so praxisnah, dass man sofort ins Handeln kommt. Im dritten Buch, das erst kürzlich erschienen ist, liegt der Fokus auf „Money Models“ – also wie man Geschäftsmodelle so ergänzt, dass sie langfristig profitabel bleiben. Themen wie Upselling, Downselling und Retainer werden darin sehr konkret erklärt. 

Ihr habt neben eurem Hauptjob gegründet. Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei euch aus?

Max: Ich arbeite morgens meistens so anderthalb Stunden an den ganzen Websachen – also Webseiten, Kommunikation und so weiter. Ab 9:30 oder 10 Uhr beginnt dann mein eigentlicher Arbeitstag. Abends arbeite ich nur, wenn’s nötig ist, zum Beispiel wenn Kunden dringend Feedback wollen. 

Aber eigentlich schaue ich, dass ich mir die Abende freihalte. Oli und ich haben einen festen Jour fixe pro Woche, wo wir zusammen zocken.

Da reden wir auch über Business, aber eben locker nebenbei.

Oli: Bei mir läuft es ähnlich, nur anders aufgeteilt. Ich arbeite in zwei Blöcken: morgens und tagsüber hat mein Job als Senior IT-Projektmanager volle Priorität. Wenn der erledigt ist, geht’s weiter mit den Projekten aus der Selbstständigkeit. Das war ein Lernprozess. In meiner ersten Gründung habe ich oft viel zu lange gearbeitet – oft bis spät in den Abend, ohne genau zu wissen, welche Aufgaben wirklich Wirkung haben. Inzwischen priorisiere ich klarer: weniger Orga und Bürokratie, dafür mehr echte Arbeit. 

Mein Ablauf: erst Hauptjob, dann Selbstständigkeit. Innerhalb der Selbstständigkeit starte ich mit Dingen, die hohe Konzentration brauchen oder andere einbeziehen – zum Beispiel Sales. Später am Tag kommen dann eher kreative oder konzeptionelle Aufgaben, auch E-Mails.

Die Wochenenden halten wir uns frei – das war fast unausgesprochen klar. Denn sonst: Wofür macht man das Ganze? Man braucht auch Zeit fürs Leben. Familie, Freundschaften, Hobbys – das sind genauso Felder, die man bewusst pflegen will.

Oli und Max, die Gründer von machsneu und bürobi sprechen beim Spaziergang am Fluss über nebenberuflich selbstständig machen und Business-Aufbau

Kommt das erst mit der Erfahrung, dass man weiß, wo man seine Kräfte am besten einsetzt?

Max: Ja, ich glaube, das war bei uns echt eine Frage der Erfahrung. Irgendwann hat Oli mir ein Buch empfohlen – Deep Work. Das war für mich total wertvoll. Früher hab ich einfach planlos gearbeitet. Gerade bei der Doktorarbeit in Jura gab’s Sessions, da saß ich drei Stunden und aufwärts konzentriert da und mein Kopf hat sich angefühlt wie mit Hirnhautentzündung. Danach ging den ganzen Tag nichts mehr.

In dem Buch gab’s dann einen simplen Tipp: 1,5 Stunden arbeiten, Pause, wieder 1,5 Stunden, Pause – und so weiter. Ich hab’s ausprobiert, und es war wie so ein kleiner Aha-Moment. Seitdem gilt für mich: maximal 1,5 Stunden, aber dann konzentriert, ohne Ablenkung. Multitasking gibt’s nicht.

Oli: Ich sehe das genauso: Mit der Zeit merkt man, wann es zu viel wird, und lernt, Aufgaben konsequent zu reduzieren. Dabei habe ich auch entdeckt, wie wertvoll Selbstorganisation ist – dort liegt ein enormes Potenzial. Zwei Bücher haben mich besonders geprägt: Deep Work von Cal Newport und Never Split the Difference von Chris Voss. Letzteres nutze ich bis heute regelmäßig – sei es im Umgang mit Kundinnen und Kunden oder bei Gehaltsgesprächen im Hauptjob. 

Für mich ist Literatur generell ein riesiger Schatz. Warum sollte man alle Fehler selbst machen, wenn man jahrzehntelange Erfahrung für einen kleinen Betrag nachlesen kann? Bücher komprimieren Lernzeit enorm. Alex Hormozi ist dafür ein Paradebeispiel: Seine Werke sind präzise, dicht und direkt anwendbar. 

Deshalb sehe ich Lernen selbst als Kernkompetenz: verstehen, wie man neues Wissen aufnimmt und es praktisch nutzt. Max, du kannst das bestätigen – wir hatten anfangs wirklich keine Ahnung, wie man Websites baut.

Max: Nee, überhaupt nicht. Das haben wir uns komplett selbst beigebracht. In solche Themen muss man sich reinknien. Am Anfang steht man vor einem Wald, der sich erst nach und nach lichtet. Dafür braucht man grundlegende Skills. Je weniger man davon hat, desto länger dauert’s, bis man durchsteigt und sich organisiert. Und genau das fehlt in Uni und Schule – eigentlich in allen Bereichen.

Oli: Die Vorstellung eines Quick-Fix halte ich für eine Illusion. Erfolg entsteht durch harte, kontinuierliche Arbeit. Gleichzeitig begeistert uns die strategische Dimension – Markt-Szenarien durchspielen, Kundengewinnung planen, Wachstumsmodelle kalkulieren. Doch entscheidend bleibt die Umsetzung: in die „gritty work“ gehen, also Stunden in Kundengespräche investieren oder konkrete Websites aufbauen. Strategie und Praxis gehören für uns untrennbar zusammen.

Fällt es euch schwer, zwischen privat und beruflich zu unterscheiden?

Max: Ich finde es nicht schlimm, wenn sich das überschneidet. Bei der Lohnarbeit ist das was anderes – da ist es teils schwierig, diese hundertprozentige Identifikation zu erzeugen, damit die Überschneidung von Arbeit und Privatleben einen nicht nervt. Mit Oli und unserem Business ist es genau andersrum. Da hab ich null Problem, abends noch stundenlang drüber zu reden. Für mich ist das genauso spannend, wie ’ne Reise zu planen – und manchmal gibt’s sogar Überschneidungen: Retreats, Wandern, Zocken, und daraus entsteht wieder was fürs Business.

Genau das ist für mich das Versprechen der Selbstständigkeit: dass diese klare Trennung zwischen „Arbeit“ und „Privatleben“ aufbricht. Stattdessen geht’s um Berufung. Nicht jeder hat diese Freiheit, klar. Aber gerade für Studierende gibt’s die Chance, was Eigenes aufzubauen. Vor allem, weil man noch Zeit und Raum hat, um die Selbstständigkeit auszutesten, bevor es ins Korsett der Lohnarbeit geht und es mehr Hürden gibt. Und wenn der eine Job nichts ist, sollte man sich was anderes suchen.

Work,

Life,

Balance.

Oli: Ja, mega gut ausgedrückt. Für mich steckt da auch etwas Retrospektive drin. In meiner Vergangenheit gab es immer wieder Grenzen – Schule, Familie, da hieß es oft: „Das ist nicht richtig, das gehört nicht dazu.“ Vielleicht kommt daher dieses starke Streben nach einem Matching zwischen meiner inneren Welt und der Realität, die ich mir erschaffe – durch Freundschaften, Hobbys und die Selbstständigkeit. 

Mein Hauptjob ist für mich der Fels in der Brandung, er gibt Stabilität und Sicherheit. Die Selbstständigkeit dagegen ist das potenzialgeladene Feld, in dem ich Berufung und Karriere enger zusammenbringen kann – gleichzeitig aber auch stärker risikobehaftet. Beide Seiten haben Vor- und Nachteile. Am Ende geht es darum, das richtige Matching zum eigenen Charakter zu finden. Ich denke, genau in dieser Findungsphase befinden wir zwei uns gerade.

Max: Ich will noch sagen: Lohnarbeit muss nicht negativ sein. Für manche ist es genau die Berufung. Für uns nicht – aber andere können darin voll aufgehen. Auch Lohnarbeit kann Berufung sein, aber das ist halt leider eher die Ausnahme als die Regel. Wichtig ist, dass man ehrlich zu sich ist. Egal ob Arbeitnehmer*in oder Unternehmer*in – man sollte das machen, wofür man brennt.

Oli: Unternehmertum hat viele Gesichter. Für manche bedeutet es, neben dem regulären Job ein kleines Projekt zu starten, sei es ein Nähkurs oder etwas anderes, um zusätzliches Einkommen zu schaffen. Auch das kann Erfüllung bringen. Unternehmertum muss nicht immer das große Start-up mit Milliardenbewertung und Exit sein – es gibt ebenso die vielen kleineren Selbstständigen, die sich etwas Eigenes aufbauen. 

Business,

Freundschaft,

Zusammenarbeit.

Für uns persönlich ist klar: Wenn es um größere finanzielle Ziele geht, führt der Weg über Unternehmertum. Nicht mit dem Ziel, Statussymbole anzuhäufen, sondern um Sicherheit und Freiheit miteinander zu verbinden. Letztlich muss jede und jeder individuell abwägen: mehr Stabilität mit weniger Risiko oder mehr Freiheit mit der Bereitschaft, mehr Unsicherheit zu tragen.

Oli und Max, die Gründer von BüROKI und machsneu, im Gespräch über ihr Startup und das nebenberuflich selbstständig sein. hello@andreakrupka.com

Hat sich eure Freundschaft durch die Zusammenarbeit verändert?

Max: Eigentlich nicht. Klar, wir reden jetzt mehr über Business, aber die Freundschaft an sich ist gleich geblieben.

Oli: Ich sehe das genauso. Unsere Freundschaft hat sich nicht grundsätzlich verändert, sondern einfach eine neue Dimension dazubekommen – das Business. Früher standen Partys, Reisen oder gemeinsame Abende im Mittelpunkt. Heute ist Unternehmertum ein weiterer Teil, der die Freundschaft noch wertvoller macht.

Was würdet ihr euch selbst vor zehn Jahren sagen?

Oli: Das Wichtigste ist Sales. Rückblickend auf mein erstes Unternehmen habe ich vier Jahre investiert – Updates gebaut, Features erweitert, Workshops entwickelt. Aber ich hatte keinen Eintrittspunkt in den Markt, hab nie wirklich getestet oder verkauft. Am Ende war die Plattform viel zu komplex. Hätte ich das früher verstanden, hätte ich mir viel Zeit und Schmerz gespart. 

Bei machsneu haben wir denselben Fehler nochmal gemacht – wenn auch kürzer. Wir haben monatelang an einer schicken Website gebaut, Templates hochgeladen, alles perfekt gemacht – und erst danach mit Cold Calls angefangen. 

Mit büroki machen wir’s anders. Noch bevor das Produkt fertig ist, hatten wir diese Woche ein erstes Gespräch mit einem Netzwerker, der uns Kundinnen und Kunden bringen könnte. Genau darum geht’s: die Zeit bis zum Testen verkürzen. Auch ein einfacher Prototyp reicht, um zu merken, ob ein Markt da ist. Dann kann man Verträge verkaufen, in sechs Monaten liefern – und hat schon Cashflow. Das ist der Rat, den ich mir selbst geben würde: so früh wie möglich verkaufen, testen, vertreiben. 

Aber: Wenn das MVP draußen ist, darf man nicht im Sales-Modus hängenbleiben. Dann muss der Fokus auf Exzellenz liegen – Kundenzufriedenheit, Weiterempfehlungen. Erst so wird’s langfristig nachhaltig.

Max: Ich hab noch ein Zitat: „Wir kochen alle nur mit Wasser.“ Wir hören oft: „Webseiten gibt’s doch schon, was kommt ihr jetzt damit?“ – und jedes Mal muss man sich behaupten. Nicht nur nach außen, sondern auch innerlich. Dranbleiben. Wenn’s klappt, ist das der Beweis.

Man muss nicht das Rad neu erfinden. Man kann auch was Etabliertes nehmen, ein gutes Produkt bauen und an den Markt bringen. Genau darum: Alle kochen nur mit Wasser.

Und was sind eure Wünsche für die Zukunft?

Max: Ganz klar: dass sich unser Unternehmen weiter finanziell lohnt, damit wir weiterhin unseren Ideen folgen können, ohne von Lohnarbeit und einem 9-to-5-System eingeholt zu werden.

Oli: Sobald wir ein stabiles Fundament haben und die Entwicklung stimmt, möchte ich unser Wissen weitergeben. Ich habe den Eindruck, dass es vielen helfen kann, die ähnliche Herausforderungen meistern wollen.

Dann drücken wir euch mal die Daumen, dass eure Wünsche wahr werden! Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg für machsneu & büroKI!

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